Das Gehörlosenlächeln- Eine Alltags-Tragödie.

By | Samstag, 5. Oktober 2013 1 comment
Wir haben uns heute in der Schule unterhalten. Ich habe mich vorgestellt und dir gesagt wie ich heiße.Ich fragte nach deinem Namen, und du nanntest ihn mir. Ich verstand nicht, und fragte erneut. Und noch einmal. Du wurdest beim dritten Mal schon leicht gereizt, so dass ich beschloss nicht erneut nachzufragen. Denn ich hatte ihn immer noch nicht verstanden. Ich lächelte "schöner Name!" sagte ich, und wandte mich hilfesuchend jemandem der mich kannte zu, damit sie mich aus diesem Gespräch rausholten. Fehlanzeige. Alle beschäftigt. Du stelltest mir eine Frage die ich mit "Hmm.." kommentierte, und in die Ferne starrte. Ich fragte dich, was du heute vorhattest. Du hast einen Redeschwall abgelassen und wirktest begeistert. Ich kommentierte den Schwall mit " Cool!".  Und versuchte mich in ein anderes Gespräch einzuklinken, um der Situation zu entgehen. Doch ich war erlöst- es klingelte, ich sagte " Bis dann" und unsere Wege trennten sich. Während du nichtsahnend und unbeschwert zu deinem Unterricht gingst, und wahrscheinlich darüber nachdachtest wieso ich so einsilbig war, verließ ich den Hof verdammt frustriert. Denn du warst so verdammt nett. Und ich wusste weder deinen Namen, noch was du mir sonst so erzählt hattest. Anstatt zuzugeben, dass die Umgebung einfach viel zu laut war, machte ich auf desinteressiert, um mich nicht zu offenbaren. Wieso ist es so manchmal so schwer, so verdammt schwer, zu einer Behinderung zu stehen?


Nächsten Samstag erscheint eine Erläuterung zu diesem Alltagsauszug.
Neuerer Post Älterer Post Startseite

1 Kommentar :

  1. Wunderschöner Text! So wenig gehört und so viel kommuniziert!

    Michael

    AntwortenLöschen

Linkwithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...