Rezi: Was aus uns wird [David Gilbert]

By | Sonntag, 22. Juni 2014 Leave a Comment
Das Cover verrät schon ein wenig worum es geht: Um das Schreiben. Und das Korrigieren der Fehler.

A.N. Dyer ist ein erfolgreicher aber geschiedener und einsamer Schriftsteller der sich nach seinem großen Erfolg mit „Ampersand“ vor vielen Jahren nicht mehr übertreffen kann und auch keinerlei Motivation hat weiter zu schreiben. Er hatte nie Freude daran und tat es eher des Geldes wegen, obwohl ihm viele sein Talent bescheinigten. Er hat zwei Söhne, Jamie und Richard, ersterer ist Single und immer mit Filmprojekten auf Achse, Richard dagegen hat eine Familie gegründet und ist seiner Drogenabhängigkeit erfolgreich entkommen. Beide haben kaum Kontakt zu ihrem Vater und wundern sich umso mehr, als dieser sie dringlich bittet ihn besuchen zu kommen, weil er mit ihnen reden müsse. Beide stimmen eher unwillig zu, denn die Vater-Sohn Beziehung ist alles andere als gut, aber es wird schon einen guten Grund für den Wunsch geben. Doch was sie dann nach einer Weile erfahren ist so unglaublich, dass sie ihren Vater für völlig verrückt halten...

Eine Geschichte wie diese habe ich noch nie gelesen, die Story ist mir völlig neu. Auch der Erzählstil ist mir noch nie untergekommen: Phillip, der der befreundeten Familie Topping entstammt und im Alter von Richard und Jamie ist, erzählt die ganze Geschichte. Dabei fließen Kindheitsgedanken von ihm ein und Anekdoten mit den Dyers. Die Idee ist wahrlich nicht schlecht, aber es hat mich beim ersten lesen bis zum zweiten Drittel immer verwirrt wer denn eigentlich erzählt. Es ist Phillip, aber er kennt die Gefühle und Gedanken aller Personen und auch was sie machen, egal wo sie sind. Er ist quasi ein fleischgewordener allwissender Erzähler.
Das verwirrt wenn man es so wie ich nicht begreift. Grade ist man bei A.N. Dyers Wutanfall, dann plötzlich liest man von Erinnerungen von Phillipps Schulzeit. Auch die vielen Perspektiven des Buches können verwirren, sie wechseln beliebig zwischeneinander:
1.Strang: A.N. Dyer
2.Strang : Jamie Dyer
3.Strang: Richard Dyer
4.Strang: Andy Dyer

und immer dazwischen Strang 5: Phillip Topping der Allwissende

Ich möchte wirklich nicht lügen, ich habe noch nie so langsam ein Buch gelesen, ständig habe ich zurückgeblättert, und bevor ich eine andere Rezension zu dem Buch gelesen habe, war mir das mit dem allwissenden Phillip Topping gar nicht klar. Es waren einfach nur viel zu viele Sprünge zwischen Zeit und Personen.

Das heißt nicht, dass es kein gutes Buch ist- im Gegenteil:
Es ist definitiv einzigartig erzählt(zumindest ich habe ein solches Buch noch nie gelesen),
hat eine spannende Geschichte,
ein gut passendes Cover,
und einen Umfang von 639 Seiten was bedeutet: Viel Lesestoff!


Wer gerne leichte Bücher liest und sich nicht Gedanken machen muss, sollte nicht zu diesem Buch greifen. Man muss konzentriert lesen, und auf keinen Fall quer lesen. Denn sonst verpasst man einen Übergang zum nächsten Erzählstrang und versteht plötzlich gar nichts mehr.

Für alle anderen, die gerne die Herausforderung annehmen: Haut rein :)

 
Dieser Roman wurde mir vom Eichborn Verlag und Bloggdeinbuch kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
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